Gratis-Comic-Tag am 08. Mai

Comics gratis? Geschenkt? Für lau? Ja, das ist der Plan des Gratis-Comic-Tags, der so etwas wie das kollektive Erwachen der Branche hierzulande angesichts des wachsenden Interesses an dieser Kunstform darstellt. Nie zuvor haben sich im deutschsprachigen Raum derart viele Verlage und sonstige Partner zu einer vergleichbaren konzertierten Aktion zusammengefunden. Die Verlage haben dazu eigens dreißig Comics produziert, die am 08. Mai in vielen Comic-Shops kostenlos erhältlich sein werden. Leider haben die Initiatoren des Gratis-Comic-Tages es erst im dritten Anlauf geschafft, einen halbwegs brauchbaren Trailer dazu zu basteln, der eine Verlinkung wert ist. Das schmälert jedoch nicht dessen Bedeutung und Geste. Vorsichtshalber verweisen wir hier dennoch zusätzlich auf das Interview, das Bernd Glasstetter von Splashcomics mit Max Müller, dem Chef von Panini-Comics geführt hat.

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Prosopopus. Von Nicolas de Crécy. Eine Graphic Novel.

prosopopusSchon der Titel dieser Graphic Novel ist rätselhaft. Prosopopus, das klingt prustend, nach dicken Backen und Nilpferden. Wie praktisch, dass dem unkundigen Leser die Begriffsdefinition auf den ersten Seiten des Comics dargeboten wird: Ein Prosopopus ist „eine Figur, durch die der Redner oder Schriftsteller eine abwesende oder tote Person, ein lebloses Ding oder ein Tier sprechen lässt.“

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Lasst den Pater sterben

olivier_ka_pater_pierreZurzeit lesen wir viel über Priester und Reformpädagogen, die es mit der Würde des Menschen nicht so genau nehmen, wie es ihre Funktion und Position vermuten lassen könnte. Dass das Thema alles andere als neu ist, bedarf wohl keiner weiteren Debatte. Dass dieses schwierige Thema auch auf gänzlich unorthodoxe Weise verarbeitet werden kann, bewies bereits vor wenigen Jahren eine bemerkenswerte Arbeit aus der Graphic-Novel-Szene: das autobiographische Werk von Olivier Ka. 

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Fahrenheit 451: Von Ray Bradbury und Tim Hamilton. Graphic Novel.

fahrenheit 451 - TitelseiteTV-Programme, die auf die komplette Wohnzimmerwand projiziert werden, Pillen zur Sedierung des Geistes, die aufgeklärte Gesellschaft am Ende. Klingt nach 2010. Ray Bradbury hat seinen Science-Fiction-Klassiker allerdings schon 1953 publiziert und das düstere Szenario einer vollkommen entmündigten Gesellschaft gezeichnet.

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Air – G. Willow Wilson/M.K. Perker (Vertigo/DC Comics)

air_1Liest man schnell über Klappentext und Teaser hinweg, erscheint es zunächst wie eine launige, etwas abstruse Idee, die durch einen gehörigen Schuss Fantasie hochgejazzt wurde. Eine – Achtung – Stewardess mit Flugangst gerät in einen Strudel mysteriöser Ereignisse, die irgendwie zwischen 9/11, Liebesgeschichte, weltweiter Verschwörung, globalen Energieproblemen, Esoterik und Völkerkunde changieren. So weit, so seltsam. Eine andere Perspektive erhält das Ganze jedoch dadurch, dass Autorin G. Willow Wilson eine zum Islam konvertierte Amerikanerin und Illustrator M.K.Perker türkischer Herkunft ist.

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Das Ende der Welt. Von Tom Tirabosco und Pierre Wazem. Eine Graphic Novel.

Das Ende der Welt. Cover.Prolog: Eine einsame, regnerische Nacht mitten im Wald. Sintflutartige Regenfälle überschwemmen die Straße, nur mühsam lässt sich das Auto steuern. Ein Mann versucht, das ältere Kind auf dem Rücksitz, seine hochschwangere Frau, rechtzeitig durch das Unwetter ins Krankenhaus zu bringen -- bis ein umstürzender Baum den Wagen unter sich begräbt.
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