Party am Polarkreis

Das ist interessant, den Clip zu einm Song namens "Blue racecar" in schwarz-weiß zu belassen. Doch trifft es dennoch den Kern, denn schwarz-weiß ist die Nacht, in die dieser Track von Sassy 009 zweifellos gehört. "Blue racecar" ist ein Clubding. Beats aus der Büchse, Flächensynths im Hintergrund und hochgepitche Vocals. Also Hände in den Himmel, Augen zu und tanzentanzentanzen.
Sassy 009, die im richtigen Leben Sunniva Lindgård heißt, zeigt uns, dass aus Norwegen nicht nur düstere Sounds und esoterischer Gesang kommen. Nichtsdestotrotz ist "Blue racecar" sehr gut in langen Nächten aufgehoben, auch wenn Sassy 009 den Song mitten im langen Mittsommer veröffentlicht. Warten wir mal ab, was die Frau im Herbst raustut.

www.sassy009.world

Schnauzbart und Bundfalte

Eine Wohltat, endlich einmal wieder ein nicht spotify-kompatibles Intro genießen zu können. Der Dank dafür gebührt Keshavara und dem neuen Song "Ayukah". Das ist eine coole Soulnummer, die es bei jeder Abiparty des Jahres 1984 ganz oben in die Playlist geschafft hätte.
"Ayukah" ist die erste Single des kommenden Keshavara Albums "Kabinett der Phantasie", das im Oktober erscheint. Es wird das zweite Album der Band sein, die zum überwiegen Teil ein Projekt von Keshav Puroshotham und seinem Partner Niklas Schneider ist. Und erneut schieben die beiden ihren Einkaufswagen durch die Regalgänge der Musikgeschichte und zimmern daraus tatsächlich ein Kabinett der Phantasie. Transzendenz, Psychedelik, viel Soul und menschliche Wärme zeichnen das Album aus wie die Single "Ayukah" doch wohl beweist.
Bis Oktober habt ihr nun Zeit, euch das passende Outfit im Vintage-Laden um die Ecke zu besorgen. Für die anstehenden Keshavara-Parties.

www.keshavara.bandcamp.com

Gänsehaut, verdammte Hacke

Man braucht ein Händchen dafür, derart geradlinigen und schnörkellosen R&B zu machen, der gleichzeitig berührt, selig macht und nicht vor Herzschmerz trieft. Charlotte Day Wilson scheint das völlig unaufgeregt hinzubekommen. Der Beweis liegt seit heute erneut vor und steht hoffentlich bald in euren Plattenregalen oder liegt auf eurer Festplatte.
Egal wo: „Alpha“ dürft ihr euch nicht entgehen lassen. In elf Stücken vermisst die 28-jährige Kanadierin R&B und Soul neu, bereichert ihn mit Jazz und Folk. Dabei begeistert Charlotte mit ihrer Stimme, die mit so viel Ausdruck und Gefühl gesegnet ist und bricht dabei immer wieder die Lanze für Menschen, die nicht dem Durchschnitt entsprechen und dennoch ihren rechtmäßigen Platz in unserer Gesellschaft beanspruchen.
Ein Album der leisen, aber wichtigen Töne.

www.charlottedaywilson.com

Nina Ira Atari Hagen

Ira Atari zählt zu den Urgesteinen beim Hamburger Label Audiolith und hat sich in vielen Jahren dort um den Electropop verdient gemacht. Treibende, sehr tanzbare Tracks mit einem Hauch von Punk kennzeichnen den Output von Ira Atari.
Letzte Woche erschien nun ein neues Stück, natürlich bei Audiolith: "Spaceship" ist die Ira, die man kennt. Dabei sieht es fast so aus, als wolle sie im dazugehörigen Video Nina Hagen imitieren, die Grande Dame des deutschen Punkpops. "Spaceship ist eine Einladung, ein Abenteuer zu wagen", meint Ira Atari zum neuen Song. Der ist in Zusammenarbeit mit Produzent Rapide entstanden, den sie schon aus Kasseler Jugentagen kennt.
Ob das auch in ein neues Album mündet, wird derzeit noch nicht verkündet. Drehen also erstmal eine Runde mit dem Raumschiff.

www.instagram.com/ira_atari

 

Einen Moment, bitte

manoletoughSicher hat es Mano Le Tough genossen, sich im letzten Jahr intensiver um seine junge Familie kümmern zu können. Trotzdem strebt er wie alle Künstler endlich zurück auf die Bühne. Der Prolog dazu ist sein neues Album, das der Ire im August dieses Jahres verüöffentlichen wird. "In the moment" wird bei Pampa Records erscheinen, dem Label von Koze, bei dem die Musik von Mano gut aufgehoben ist.
Die aktuelle Single aus dem kommenden Album ist ein schöner DJ-Dance-Track. "Aye aye mi mi" zeichnet sich durch eine markante Bassline aus, wird akzentuiert durch eine manchmal postpunkige Gitarre und ist untermalt von Geister-Synthies. Seit heute ist die Single draußen und steigert die Erwartung an das Album und hoffentlich baldige Live-Shows von Mano Le Tough.

www.manoletough.com

Foto: Kostas Maros

Olle Kamellen - ganz frisch

LoneLady kann sich nicht allein fühlen in ihrem Berg von Synthies und Drum-Machines. Die Engländerin hat im eigenen Londoner Studio, das in einem Schießstand aus dem 18. Jh untergebracht ist, ein beachtliches Sammelsurium an Musikmaschinen der Vergangenheit angehäuft. Oberheim, Linn und Roland Drummachines gesellen sich dort zu Korg, ARP Odyssey Synthies und Doepfer Sequencern.
Mit diesen Maschinen entwarf LoneLady knallharte Electro-Dance-Tracks für ihr neues Album "Former things". Das Album hätte keinen besseren Titel tragen können und wird die in den 80ern musiksozialisierten Opas mit Sicherheit in ihre Jugend zurück katapultieren. In acht Stücken klackert, hämmert, zischelt, surrt und sägt, tickert und brummt es so herrlich wie zu Zeiten von von New Order, Cabaret Voltaire und Ultravox und manches Mal hört es sich an wie Michael Jackson oder Neneh Cherry. LoneLady kreiert eine unwiderstehliche Mischung aus Electro, Funk und Soul mit einem deutlichen Vintage-Touch.
"Former things" erschien letzte Woche bei Warp Records und ist ein fettes Teil für Jung und Alt.

www.lonelady.co.uk

Anushka bringt Farbe ins Leben

Victoria ist nicht der Meinung, dass eine Beziehung immer mächenhaft verläuft. Deshalb thematisiert Victoria das Thema im neuen Song von Anushka, deren eine Hälfte sie ist. Die andere Hälfte ist Max Wheeler, der die für die Keys und Beats von "You mine" verantwortlich zeichnet.
Anushka ist selbsternannter Erfinder des Future Souls, wie der Sound der Briten doch bitte genannt werden sollte. Es ist genaugenommen eine Melange aus HipHop, Soul und Electronica, mit Milchwölkchen von Jazz und Broken Beats, die sehr zündende Tracks hervorbringt. Ab heute auf Albumlänge. Die Briten veröffentlichen heute ihren Erstling "Yemaya" bei Tru Thoughts.

www.instagram.com/anushkauk

"Dieser dreckige Berliner Charme ist definitiv in unserem Sound drin."

leopard bandfotoDie Berliner Newcomer von LEOPARD haben in schwierigen Zeiten zwei beachtenswerte EPs veröffentlicht. Wir hatten Gelegenheit, mit Sänger Lars Paprotta zu sprechen, der uns erzählt hat, wo LEOPARD musikalisch herkommt, wo's hingehen soll und warum Streamingdienste und AirBnB oft auch richtig scheiße sein können.

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Männerträume

Sicher nicht nur das männliche Publikum hat davon geträumt, am heutigen Abend in Düsseldorf dem ultracoolen Crooner Dope Lemon zujubeln zu können. Das wird nichts wie wir wissen. Als Trostpflaster gibt's zumindest den neuen Song des Australiers, der nächsten Monat in seiner Heimat bereits wieder vor 5.000 Menschen auftreten wird. Seufz...
Uns zeigt sich Dope Lemon im Clip zu "Rose pink Cadillac" von seiner besten Seite. Schmachtender Soul in stylischen Klamotten mit jungen Tänzerinnen. Das kann derzeit kaum jemand besser als Dope Lemon, der sich an großen Vorbildern der 60er und 70er orientiert.
Es wird garantiert hammercool, wenn wir Dope Lemon endlich irgendwo bei uns um die Ecke  werden sehen können. Geduld, Leute...

www.dopelemon.com

Bestimmt audiovisuelle Kunst

Außer perfekt gefönten Haaren zeigt der Videoclip nichts wirklich Wichtiges. Oder habe ich etwas nicht verstanden? Schließlich ist Saskia Hahn nicht nur Musikerin, sondern beschäftigt sich bereits seit Langem mit visual arts und stellt als Künstlerin weltweit aus.
Zumindest lenkt das Video nicht von der Musik ab und das ist doch entscheidend. Denn die ist ausgesprochen gut gelungen. The Heartways ist das neue Projekt von Saskia Hahn, die vielen vielleicht bekannt ist als Tourgitarristin von Pop-Ikone Peaches. Mit dem nicht mehr ganz taufrischen "By your side" liefern The Heartways nun einen Vorgeschmack auf das für dieses Jahr geplante Album. "By your side" ist ein feines Stück Indie-Pop mit einem treibendem Basslauf, knackigem Schlagzeug und mit fetten Gitarrenbreitseiten. Dazu ein klassisch-schönes Arrangement. Fertig ist der Lack. Super zu hören, gucken muss man nicht.