Jata weiß weiß weiß

Es ist ganz großer Melancholie-Pop, den Jata auf seinem neuen Album bietet. Da geht es viel um einstige Lieben und natürlich um Jatas heimlichen Sehnsuchtsort. Deshalb heißt das Album "Mexico". Das Land, welches der Kosmopolit mit bairischen Wurzeln offensichtlich in seinem Herzen trägt. Dieser Welt-, Herz- und Seelenschmerz liegt unter mächtigen Synthiegewittern, die aber auch mal Platz lassen für ein nostalgisch-verhauchtes Saxophon. Dieses Album lässt den Hörer oft angenehm verstört zurück, fragend, zweifelnd. "Mexico" ist aber phasenweise sehr bemüht, den Hörer verstört, zweifelnd und fragend zurück zu lassen. Es ist Intellektuellen-Pop mit Gefühl.

Übrigens, wer es sich beim Schauen des Videos nicht bereits dachte: "Mexico" wird von Snowhite Records veröffentlicht.

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Who the baas is this miss?

Regelmäßige unruhr-Leser beantworten die obige Frage natürlich aus dem effeff. Und können sicher beurteilen, ob es Globalisierung ist, wenn eine junge Russin Dancehall Music macht, dabei klingt wie ein böses Mädchen aus Kingston und das ganze bei einem Schweizer Label unterbringt. Wir haben an dieser Stelle bereits die Debüt-EP von Miss Baas vorgestellt und den Sound als Hybrid aus Reggae, Dancehall und Bass music mit ein wenig Pop-Appeal deklariert.

Die neue Single "Dat choon" ist in Zusammenarbeit mit Gappy Ranks entstanden und bietet schönen Dancehall, der an die Ursprünge dieses Genres erinnert, aber auf heutiges Soundniveau geliftet ist.

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Die Bundesliga-Vorschau 2017/18

poeletarier equisto domain webEs wird eine Saison der Gegensätze. 222 Millionen im Geldkreislauf, aber Krämerseele Hoeneß an der Macht. Aufstrebende Jungtrainer, die Publikum und Spielern jeden Furz detailversessen erläutern, aber ganze Mannschaften mit Verständigungsproblemen. Vereine mit geliebten Ultras neben Vereinen, die ihre Treuesten zur Adoption freigeben. Hier Stoffwechselstörungen, andernorts Millionentransfers. Etwa auch ein neuer Deutscher Meister im Gegensatz zu den Vorjahren?

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orson hentschel „electric stutter“

orsonhentschel electric stutter kleindas album könnte nicht besser betitelt sein. oder, andersherum: es könnte (bei diesem namen auch aus musikalischer sicht) nicht besser starten: mit einem titelstück, das die art elektrifizierter nervosität, die der name zu umschreiben scheint geradezu zentral in sich trägt. in einer weise, die die hörer vorbereitet auf ein album auf der grenze zwischen listening und kick, zwischen fiebertraum und wirklichkeit, zwischen konzentration und (paradoxerweise möglicherweise kontrolliertem?) kontrollverlust. auch zwischen reiner elektronik und irgendwie twang (> „montage of bugs“), auch zwischen fast sinfonisch angelegtem ausbruch und spartanischem elektronikminimalismus. und, auf voller länge, zwischen mikromotiven und deren zusammenhang als komposition.

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Unsere Beziehungsphilosophin Kelela

2015 veröffentlichte Kelela ihre EP "Hallucinogen" und legte damit ein Stück untypischen und beachtenswerten R'n'B vor, der vor allem mit elektronischen Einflüssen zu überraschen wußte. Jetzt steht Kelelas erstes Album in den Startlöchern. Heißt "Take me apart" und wird sich überwiegend mit menschlichen Zweierbeziehungen auseinandersetzen. Vorneweg schickt die Amerikanerin mit äthiopischen Wurzeln die Single "LMK". Das dazugehörige Video betont den Facettenreichtum der 34-jährigen, deshalb taucht Kelela in diversen Outfits auf (Holzauge sei wachsam!). Wie bisher bedient sie aber auch gängige Klischees des R'n'B. Es wird also spannend: Was bietet das kommende Album und wohin geht die Reise mit der schönen Kelela?